US-Präsident Donald Trump hat reziproke Zölle für über 50 Staaten im Rahmen seiner Rede im Rosengarten des Weißen Hauses verkündet.
Unsere Einschätzung zur Zoll-Ankündigung von Trump
Donald Trump begann seine Rede mit einer Litanei an Beispielen, wie die Vereinigte Staaten von anderen Staaten vermeintlich im Handel übervorteilt werden. Danach wiederholte er, dass die US-Einfuhrzölle für Kraftfahrzeuge um 25 %-Punkte erhöht werden. Der Präsident fuhr mit der Ankündigung reziproker Zölle gegenüber über 50 Handelspartnern fort. Dabei sagte Donald Trump, er werde diesen Staaten jedoch nur die Hälfte der Zölle auferlegen, welche diese Staaten auf US-Einfuhren erheben. Die Krux dabei ist jedoch, wie dieser Zollsatz der Handelspartner berechnet wurde. Auf die EU sollen nach Aussage von Donald Trump US-Einfuhrzölle in Höhe von 20 % zukommen. Vorherige Simulationen von Zollexperten kamen jedoch zu dem Ergebnis, dass reziproke US-Einfuhrzölle den durchschnittlichen Zollsatz für US-Importe aus der EU nur um wenige Prozentpunkte erhöhen würden.
Neben den erwähnten reziproken Zöllen soll ein genereller US-Zollsatz in Höhe von 10 % gelten.
Nach seiner Rede blieben für uns viele Fragen offen, so ist unklar, ob die reziproken Zölle noch auf den allgemeinen Zollsatz aufgeschlagen werden. Ferner stellt sich die Frage, ob der neue Einfuhrzoll für die EU einen allgemeinen Zollsatz oder einen Durchschnittsatz darstellt. Dabei sollen die neuen Zollsätze ab sofort gelten. Mexiko und Kanada fanden in seiner Rede keine Erwähnung. Es bleibt zu hoffen, dass die nächsten Tage mehr Klarheit bringen.
Die nun angekündigten Zollerhöhungen haben die schlimmsten Befürchtungen noch übertroffen. Sollte man die Rede von Donald Trump in einem Satz zusammenfassen, so wäre „Donald holt den Zollhammer raus“ eine treffende Formulierung. Dementsprechend drehten die Terminnotierungen für US-Aktien nach Bekanntgabe der neuen Zölle nach unten. Der S&P 500 sank um knapp 2 %, die Terminnotierungen für den NASDAQ 100 gaben noch etwas stärker nach.
Es bleibt zu hoffen, dass das letzte Wort in Sachen Zöllen noch nicht gesprochen ist und die jüngsten Verlautbarungen nur der Auftakt für weitere Verhandlungen sind. Donald Trump hat in seiner Rede damit geprahlt, wie stark der US-Aktienmarkt während seiner ersten Amtszeit gestiegen ist. Vielleicht kann die Reaktion des Aktienmarktes dabei helfen, dass Donald Trump von seinem eingeschlagenen Kurs wieder ein Stück abweicht.